Geschichte Kerkau

Erika Bartels Festrede 2025

Einführung in die Geschichte von Kerkau
Das Dorf Kerkau wurde erstmals im Jahr 1350 unter dem Namen „to kerkow“ urkundlich erwähnt. Eine weitere Erwähnung findet sich am 15. März 1366, als Hans von Chartow den von der Schulenburg Einkünfte aus Ladekath, Kerkau und weiteren Dörfern überließ. Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 erscheint der Ort als Kerkowe. Spätere Schreibweisen waren unter anderem Kerkow (1541) und Kerckau (1687).
Die Dorfchronik berichtet von schweren Zeiten zwischen 1583 und 1598, als die Pest mehrfach über das Dorf kam und viele Menschenleben forderte. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde das stark verwüstete Dorf von überlebenden Bauern wieder aufgebaut.
Auf einigen Höfen ist bis heute die typische Form des Vierseithofes erhalten – ein geschlossener Hof, bei dem Wohnhaus, Stallungen und Wirtschaftsgebäude einen rechteckigen Innenhof umschließen. Charakteristisch für die Altmark sind zudem gemauerte, überdachte Toreinfahrten mit Inschriften, die noch an vielen Höfen zu sehen sind.
Südwestlich des Dorfes stand am Mühlenberg eine Windmühle. Auch die frühere Ziegelei an der Ruhmheide ist noch als Wohnplatz bekannt.
Im nördlichen Teil des Ortes entstanden 1952 Einfamilienhäuser sowie eine Maschinen-Ausleihstation, aus der später eine Maschinen-Traktoren-Station (MTS) hervorging. Einige Jahre später befand sich dort der Sitz der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft „Altmark“. Heute werden die Gebäude von der Agrargenossenschaft Kerkau genutzt.
Verwaltungsgeschichtlich gehörte Kerkau bis 1807 zum Arendseeischen Kreis der Mark Brandenburg. Von 1807 bis 1813 lag das Dorf im Kanton Arendsee im napoleonischen Königreich Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Osterburg in der preußischen Provinz Sachsen.
Am 15. Juni 1950 wurde Kerkau dem Landkreis Salzwedel zugeordnet. Kurz darauf, am 20. Juli 1950, wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Lübbars eingemeindet. Nach weiteren Verwaltungsreformen gehört Kerkau seit 1994 zum Altmarkkreis Salzwedel.
Durch einen Gebietsänderungsvertrag wurde Kerkau schließlich am 1. Januar 2010 in die Stadt Arendsee (Altmark) eingemeindet.
Die evangelische Dorfkirche von Kerkau steht im Mittelpunkt des Dorfes. Sie wurde 1644 aus Feld- und Sandstein neu errichtet, nachdem die vorherige Kirche zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges zerstört worden war. Der heutige Kirchturm wurde 1911 aufgesetzt.